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Die Angst vor Miss... ähm, nein, ich meine Erfolg


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Gestern Abend war es wieder so weit. Mein Unterbewusstsein meldete sich und brauchte seine selfcare Hypnose Sitzung. Thema der Stunde, ganz klar. Misserfolg! Dachte ich. Denn seit meinem letzten Blog beschäftigt mich das Thema sehr. So wie ich nun besser verstehe, woher der Ursprung kommt, so ist das nur die halbe Weisheit, denn heute mit meinen 33 Jahren später halte ICH das ganze am Laufen und nicht der Ursprung selbst. In der Psychotherapie sprechen wir von aufrechterhaltenden Faktoren. Das können Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen sein. Schon länger habe ich mich von der Perspektive verabschiedet ein Opfer meines Lebens zu sein. Für mich sind Eigenverantwortung, Mitgestaltung als auch Schöpfung meines Lebens essenziell. Ja klar, ich kann nichts für die Prägungen und Lernerfahrungen meiner Kindheit, doch ich kann was dafür, wie ich heute als Erwachsene damit umgehe, welchen Stellenwert ich denen gebe und vor allem ob ich immer noch nach deren Inhalten lebe. Das macht mich zum Schöpfer meines Glückes. Und nicht mehr zum Opfer.


Also sollte die gestrige Sitzung nur mir und meiner Rolle in dem ganzen Mysterium des Miss/Erfolgs dienen, und es ging schneller los als gedacht. Ich reiste wieder in meine Kindheit, diesmal war ich im guten Grundschulalter, 8-9 Jahre würde ich sagen. Und ich sah mich im Sportunterricht, wie ich verzweifelt versucht hatte, die Schnellste zu sein. Da musste ich erkennen, das egal wie stark mein Wille ist die Beste sein zu wollen, mein Körper war es einfach nicht. Das Gleiche galt für die Mal AG. Egal wie sehr ich das beste Bild malen wollte, das Bild von meinem Bruder war einfach schöner. Mein Talent reichte nicht aus. Das Gleiche galt für den Englisch und Französisch Unterricht, später im Gymnasium. Egal wie sehr ich es wollte, die Beste in der Klasse zu sein, ich war es einfach nicht. Meine Sprachbegabung reichte nicht aus. Und Ruth und Judith waren nun mal besser. Ich erkannte wie früh ich schon diesen Druck in mir hatte die Beste sein zu wollen... Wirklich nicht schön und schon krankhaft. Es war wie ein Zwang und alles andere zählte nicht. Mein Unterbewusstsein führte mich auch zu den Gründen für diesen Drang, mein Vater spielt hier eine tragende Rolle, er war DER Beste in seiner Zeit, in der Schule, als Schüler und somit fühlte ich eine innere Verpflichtung dem Gleich nachzukommen. Um mich ihm nahe zu fühlen? Um gesehen zu werden? Um in meinem Sein angenommen und akzeptiert zu werden? Ich würde sagen, von allem etwas - Ja. Während dieser Erkenntnis kullerten Tränen des Schmerzes und der Traurigkeit, doch auch Erleichterung meine Wangen herunter. Denn ich sah die bittere Wahrheit, dass leistungsunabhängige Liebe ein rares Gut in meiner Kindheit war.


Die Idee, die ich dann während der Hypnose bekam, war, dass ich aufgrund des Druckes und der Erwartung immer die Beste sein zu müssen, mir meine Miss

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erfolge oder Niederlagen nicht erlaubt habe. Sie als das zu sehen war sie waren. Es folgte eine innere Auflistung aller meiner Niederlagen, dass es in Ordnung ist, nicht die Schnellste im Sportunterricht

zu sein, nicht die beste Geigenspielerin, nicht die beste Englisch und Französisch Schülerin. Ja, sogar nicht die Beste Näherin oder Stoffdesignerin, nicht die beste Stoff Verkäuferin, Instagram Userin, Freundin, Handmade Mami und und und...


ES WAR OK.


Ich spürte automatisch eine Erleichterung, doch auch eine Angst in mir und die Frage, ob ich überhaupt in etwas die BESTE war. Ich merkte, wie wichtig es für mein inneres Kind ist, in etwas die BESTE zu sein. Warum das so ist, das muss noch beleuchtet werden.


Und dann kam die Antwort.


Ich bin die Beste im hartnäckig sein. Ich kann meine Ziele verfolgen und auch erreichen. Die großen Ziele in meinem Leben habe ich erreicht, keine Frage. Doch es war anstrengend, es flog mir nicht leicht zu. Doch ich glaubte daran, dass ich es eines Tages erreichen werde. Und das habe ich, doch die Angst und der Druck waren die ständigen Begleiter. Und somit konnte dann der Erfolg nicht genossen geschweige denn gefeiert werden.


Ich bin die Beste daran zu glauben, dass ich keinen Erfolg habe, und scheitern werde, wie hier mit meinen Designs. Ich bin die Beste darin immer das Glas halbleer anstatt halbvoll zu sehen. Ich bin die Beste darin an Sachen und Menschen festzuhalten, auch wenn sie mir nicht gut tun. Ich bin die Beste darin unzufrieden zu sein. Ich bin die BESTE daran an meinem Leid und Kummer festzuhalten, wo sie mir doch so lange in meinem Leben (falsche) Orientierung und (Pseudo-) Halt gegeben haben. Das waren meine Erkenntnisse und ich dachte meine Aufgabe wäre es nun zu lernen meinen Misserfolg mir zu erlauben und anzunehmen. Das dachte ich...


bis zum heutigen Tag.


Ich stand heute auf und wusste, heute schreibe ich darüber. Über meine Erkenntnisse des letzten Abends. Und dann erreichte mich eine Nachricht von Ramona auf Instagram, eine wunderbarere Frau. Auf dieser Plattform sind wirklich kleine Juwele versteckt und auf einmal findet man sie, wo man nicht danach gesucht hat. Und Ramona war mutig, den sie gab mir ein Feedback und zwar, dass es so wirkt, als ob es nie genug wäre für mich. Als ob ich selber nicht sehen würde, was ich geleistet habe, hier mit R O N I, aber auch privat. Ständig am Rennen, ständig mehr. Nie zufrieden. Nie genug. Und sie hatte so soo sooo sehr Recht. Das war ein game changer für mich. Denn durch sie und den lieben Gruß des Universums verstand ich, dass ich in die komplett falsche Richtung gestern schaute. Gestern schaute ich mir mit einer inneren Überzeugung und Gewissheit meine Misserfolge an, ich war mir sicher, dass es darum geht. Klar, im negativen Millieu fühle ich mich auch zuhause, merkt ihr was?Doch nix da! Es ging nie um die Misserfolge, es ging immer um die Erfolge, die ich nicht sah. So erkannte ich, dass jede gute Leistung, das Beste von mir, ja jeder persönlich kleine und große Erfolg nie mir galt. Nein, nie hatte ich etwas davon. Denn die Erfolge galten als Kind meinem Vater und Opa, später den Lehrern, der Schule, danach den Arbeitgebern und und und - der Außenwelt.


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Die gute Note wurde nicht von mir gefeiert, sie wurde benutzt, um die Freude bei jemanden anderen auszulösen. Um deren Erwartungen an mich zu erfüllen und nicht meine Eigenen. Ich erkannte, dass alles was ich in meinem Leben geleistet hatte als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener, so wirklich nie mir galt. Denn ich selber sprach nicht oft und gerne darüber. Ich brauchte sie für Andere. Um Zutritt zu bekommen. Und somit für Akzeptanz, Ruhe und Respekt für mich. Doch die Freude geschweige die Wertschätzung meiner Erfolge, die gab es für mich damals nicht. Es war immer ein Geschäft. Ganz einfach, nach dem Motto:


"Ich gebe dir mein Erfolg. Und du gibst mir Liebe. Und ich darf somit hier sein."


Eine Zeile, doch in dieser Zeile steckt die Bitterkeit drin. Der Schmerz und die Traurigkeit. Und auch während ich jetzt diese Zeilen schreibe, kullern die Tränen, weil das der Kern ist, und alles in meinem Körper spürt es, dass es die Wahrheit ist. Das Lächeln auf meinen Lippen schwindet und was da ist, ist die pure Gewissheit und die Akzeptanz. Ja, so war es, liebe Veronika. Mein Erfolg galt nie mir. Ramona hat mir heute eins meiner größten Lebensgeschenke gemacht, ganz unbewusst. Wie wichtig es ist hinzuhören und anzunehmen, was neutrale Menschen einem spiegeln. Mal wieder was gelernt! Eine ganz neue Perspektive baut sich jetzt auf, eine ganz neue Lebenslektion öffnet sich. Denn nun ist es meine Aufgabe das zu lernen. Meine Erfolge zu feiern, mir bewusst zu machen, wo ich erfolgreich war. Darüber zu reden, es laut herauszuschreien, es mit meiner Umwelt voller Euphorie und Freude mitzuteilen, auch wenn andere mich dann als Angeber titulieren. Meine Freude über meinen Erfolg zu zeigen, heißt nicht, dass ich mich höher stelle, besser sehe, nein, dass macht dann dieser Mensch selbst daraus. Und er wird seine eigenen Gründe dafür haben. Das ist NICHT meine Aufgabe, geschweige den meine Verantwortung.

Doch meine Aufgabe, ja meine fuck*ing Verpflichtung mit selbst gegenüber ist es meine Freude über meine Erfolge zu zu lassen, zu zeigen und sie zu zelebrieren, damit ICH es endlich sehe. Ihn annehme und wertschätze und mich selbst belohne. Welchen Sinn macht sonst der Wunsch erfolgreich zu sein, wenn man nie den erreichten Erfolg sehen und feiern kann?


Also folgt jetzt ein kleiner Auszug meiner Erfolge, die ich für mich oft behielt:


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- ich war eine der Besten in der Grundschule in Mathe

- meine Empathie und Reflektionsgabe sind gigantisch

- ich bin ein menschlicher Lügendetektor

- ich kann blitzschnell Emotionen im Körper eines Menschen erkennen und somit Menschen mega gut lesen

- ich kann gut singen und bin musikalisch begabt

- ich war eine gute Tänzerin als Kind

- ich bin mit 9 Jahren ausgewandert, habe innerhalb eines Jahres so gut Deutsch gelernt, dass ich in der 6ten Klasse die Beste im Grammatiktest war

- in der Grundschule erhielt ich Zeugnisse mit Auszeichnung

- in Deutschland habe ich nach 2 Jahren Aufenthalt im fremden Land, in einer mir fremden Sprache eine Klasse auf einem Gymnasium mit einem regional bekannten hohen Leistungsanspruch übersprungen

- ich hatte einen 1,.. Abi Schnitt und konnte im direkten Verfahren ein NC Fach studieren

- ich war zwei Jahre lang Schulsprecherin

- ich schaffte mein Studium in der Regelstudienzeit

- ich schaffte es mit einer Bewerbung Platz für meine Wunsch Ausbildung zu Psychotherapeutin zu bekommen

- ich machte ein Forschungspraktikum an der University of Oxford und in der Charite

- ein Professor der University of Oxford erkannte während ich einen Test für ihn als Versuchskanienchen gemacht habe, dass ich hochbegabt bin und bezeichnete mich als Genie

- ich schloss meine akademische Lernlaufbahn mit einem 1er Zeugnis ab


Das waren Erfolge, die ich oft für mich behielt, nicht darüber sprach aus Ängsten und Sorgen, von anderen Menschen abgelehnt zu werden, als Angeber hingestellt zu werden. Mit diesen Erfolgen habe ich mich nicht geschmückt.


Doch nun kommen die Erfolge, die mir ALLES bedeuten:


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- ich bin eine liebevolle Mama

- ich bin eine liebevolle, leicht zickige, aber authentische Ehefrau

- ich bin Teil einer liebevollen Familie

- ich bin eine autonome, starke und selbstbestimmte Frau

- ich bin ein liebeswürdiger und kreativer, schöpferischer Mensch


Ich bin nun endlich ICH und glaube an mich. Ich nutze meine Stimme und meinen Verstand. Und ich erkenne nun mein Potential und das ist purer Erfolg. Mein Potential ist mein Lebenserfolg.


Und das zeige ich - JETZT!


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_____Nachtrag____

Ah, und ich lebe in Bayern mit meiner Familie, an den Alpen, genieße den Schnee und baue mir gerade einen kleinen Label auf mit meinen Designs und Nähkunst - höhö, muss auch erwähnt werden :D


All das schreibe ich, damit ich DIEjenige bin, die es sieht. Nicht DU. NICHT SIE. NICHT ER. Nein, es ist nur wichtig, dass ICH meine Erfolge sehe, denn es sind auch NUR meine Erfolge. Nicht mehr und nicht weniger. Nichts besonderes, aber besonders wertvoll für mich. Das lerne ich jetzt.

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Aber weißt du was? Ich verrate dir ein Geheimnis. Das Gleiche gilt auch für dich.


Denn du und ich, wir sind GLEICH. Du hast dein Potential, so wie ich mein Potential habe. Lass uns gemeinsam was draus machen und es wachsen lassen!




 
 
 

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